Reimverbrechen
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Kleine Reimverbrechen von Nemo
 

Philosophie eines Westentaschendichters

Philosophie und Dichtung,
wenn sie sich vererben würden,
nähmen längst alle denkerischen Hürden.

Aber ach, das Rad stets neu erfunden wird.
Und so mancher ohne Erbe herumirrt.

Ich aber stelle mich drauf ein,
Erbe zu sein:
Ich genieße das Echo
und den schönen Schein.

Das Echo der Philosophie
bin ich, spontan wie die Pioniere nie:
Kurz lese und lang zitiere ich sie.

Uns manch schöner Schein
stellt sich ein
wenn ich zwar Sinn vernichte,
aber Zeilen dichte
mit Refrain.

..............
 

Polyakrill, Futter für Plastikwesen.
Zum Beispiel für einen Besen,
um Krill von Bord zu kehren.

Krill kann sich nicht,
Kunststoff will sich
da nicht wehren.

.............

Drohne, fliege, aber zerschelle
nicht an den Seychellen:
Da sind zu hohe Wellen.

................

Welche Gestalt hat dein Leben?
Ein Ausflug voller Ausflüge
    

Einen Polyeder
hat nicht jeder.

Die meisten haben nur eine zerfranste Linie.
Manche springen im Viereck,

andere im Kreis.
Einkugeln tun sich einige.

Zwei Kugeln - das könnte ein Paar sein.

Ich weiß,
ab der dritten Zeile
fehlt diesem Text der Refrain.

Ich hole es nach:
Oh Schreck,
wie gemein -

Ich peinige
aus Dichtertrieb
dem Reim zulieb

die Pinie.
Dabei enteile
ich im Wortelotto

trickreich und leis
dem Anfangsmotto.
Ach!

..........................

Wie reimte schon Heinz Erhard? „Dem Philosoph ist nichts zu doof“.

Dazu Daniel Düsentrieb: „Dem Ingenieur ist nichts zu schwör“.

Und was wird über Nietzsche gesagt? „Wahnsinn und Verstand gehen Hand in Hand“.

Ich meine dazu: „Ist mancher Reim auch roh, macht solcher Reim doch froh.“

......................

Die meisten können nicht landen

Zur Wahrheit viele Sucher kamen,
doch mein Eindruck ist: Sie stranden.
Mal wird das Weltall nicht verstanden,
mal ist im sozialen Rahmen
für Wahrheit wenig Platz vorhanden.

...............................

Drei kurze Essgedichte

Essgedicht 1: Denken und Darben
(ein doofes Gedicht über die Auswirkung von Hunger- und Sättigungstrieb auf die Qualität des Denkens. Aber nun ja.)

Mal gibt es Hungerqual,
mal kocht der Gemahl -
und beidesmal
denkt man banal.

..........

Essgedicht 2: Sucht ohne schwerwiegende Folgen

Hat frau Gier auf Bier und Kaffee -
Habgier sogar -
tut´s dennoch dem Frieden nicht weh.

.............

Essgedicht 3: Besoffene Fliegen

Wenn sie ins Glas fallen,
sich dort zur Sekt-Sekte ballen:
Dann fangen die im Sekt versteckten
Insekten
an zu lallen.

.............

Und nach dem Essen: Gewichtprobleme:

Vage Waage.... Wage

ich es, da genau hinzuschauen?

...............

Und dann beim Schlafen:

Im Traum tauchte eine Schreibmaschine auf vor mir. Sie hatte eine Traum-Tastatur:

A wie Alptraum

B wie Bedrohlicher Traum

C wie Chamäleon

D wie Dauertraum

E wie Engel im Traum

F wie Ficken im Traum

... uups da höre ich mal auf :-)

.........................

Tochter der Nacht,
aufgewacht,
Mutter nicht gesehen,
denn es war dunkel,

Gewartet in Schwärze,
bis Vater Tag kam,
die nun schlafende Tochter
durch eine helle Zeit nahm.

Als der Mond dann schien,
erwachte sie wieder,
und berichtete ihm:

Es gibt da etwas,
das strahlt dich an,
das ich aber nur
im Schlaf sehen kann.

..........................

Nacht und Tag feinden einander an:
Sie streiten sich um die Dämmerung.

..............................

Die Historie des Ethno-Tango

  
Tango tanzt man auf Tonga,
seit ein Argentinier dort war.

Der spielte sein Bandoneon -
und alle Männer rannten davon.
  

Doch viele Frauen blieben
und begannen ihre Hüften zu schieben.

Solche Frauen lockten die Männer.
Der Argentinier lockte die Frauen.

Und heutzutage kann jeder
Auf Tonga dem Tango zuschauen.

...............................

Ein Vierzeiler zum Herbst

Weg sind die Wärmenester.
Schnallt die Schals nun fester.
Der Herbst hat farblich Charme,
doch ist er selten warm.

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Und die bittere Wahrheit:
Es gibt nur acht Milliarden Menschen im Weltall.
Der Rest ist noch dümmer.

Um uns das Universum
ist rundum
stumm.